Gedankenkarussell – Teil 3

16.09.26 07:46 - Von Laurence

Warum kommen die Gedanken gerade nachts? 
Und wie kann ich trotzdem schlafen?

Dieser Beitrag ist Teil einer kleinen Serie über das Gedankenkarussell. Die ersten beiden Teile kannst Du hier lesen:

[Hier geht es zu Teil 1.]
[Hier geht es zu Teil 2.]

Heute schauen wir uns an, warum Gedanken ausgerechnet abends im Bett plötzlich besonders laut werden können – und ich zeige Dir eine einfache Methode, die Dir helfen kann, trotzdem zur Ruhe zu kommen

Woche 3: Warum wird mein Gedankenkarussell nachts plötzlich so laut?


Warum kommen die unaufhörlichen Gedanken gerade oft am Abend, oder in der Nacht und lassen uns nicht schlafen?

Hier gibt es viele Ideen und Theorien, ich werde sie dir hier erklären und auch erläutern, ob es sich eher um eine wissenschaftliche Theorie oder um eine Idee handelt, die noch erforscht wird.

1. Tagsüber gibt es jede Menge Ablenkung (wissenschaftlich belegt)

Am Tag sind wir abgelenkt. Sei es durch Handy, Fernseher oder Menschen um uns herum.
Aber auch unsere täglichen Aufgaben (Beruf und Privat) sorgen dafür, dass wir oft nicht viel Zeit zum Nachdenken haben.
Manchmal beschäftigen wir uns vielleicht sogar ganz bewusst oder unbewusst mit anderen Dingen, weil wir gerade keine Lust haben, uns mit bestimmten Gedanken auseinanderzusetzen.

Nachts fällt das jedoch alles weg.
Die Ruhe sorgt dafür, dass das Gehirn sich nicht weiter ablenken kann und die Gedanken können ungehindert auf dich einprasseln.


2. Nachts sehen manche Probleme plötzlich viel größer aus (wissenschaftlich belegt)

Hier geht es um Areale in deinem Gehirn.
Dein präfrontaler Kortex (zuständig für das rationale Denken), kommt nachts zur Ruhe.
Gleichzeitig werden jedoch Areale aktiv, die eher deine Phantasie anregen, wie zum Beispiel das Träumen.
So kommt es, dass Du, wenn Du müde bist, Probleme nicht mehr so logisch betrachtest und Deine Gefühle aus der sogenannten Mücke einen Elefanten machen können.


Kennst Du das Gefühl, nachts über ein Problem zu grübeln und am nächsten Morgen zu denken:

„So schlimm ist es eigentlich gar nicht.“



3. Unser Gehirn mag keine offenen Aufgaben (wissenschaftlich belegt)
Dein Gehirn mag keine offenen Aufgaben.
Hast du am Tag also etwas nicht erledigt, so kannst Du Dir Dein Gehirn vorstellen wie Microsoft auf Deinem Laptop.
5 geöffnete Dateien, die noch irgendwo im Hintergrund laufen.
Du wolltest noch jemanden anrufen.
Eine Aufgabe ist nicht erledigt.
Du darfst morgen etwas auf keinen Fall vergessen
.
...
Dein Gehirn rattert, die Erinnerungen kommen immer wieder zurück.

(Hier gibt es auch eine Methode, die helfen kann, dazu später einmal mehr)


4.  Evolutionäre Alarmbereitschaft (Eine Idee, die gerade erforscht wird.)
Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass unser Gehirn noch aus der Urzeit darauf programmiert ist, in der Dunkelheit wachsam zu bleiben. Gefahren wurden nachts schneller als akute Bedrohung eingestuft.

Wenn diese Theorie stimmt, ist es eine weitere Erklärung, warum dein Gehirn gerade nachts Probleme aufbauscht und deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen.

Aber was kannst Du denn nun dagegen tun?
Eine Methode, die schon länger bekannt ist, nennt sich die 4-7-8 Atemübung.


4: Du zählst bis 4 und atmest dabei durch die Nase ein
7: Du zählst bis 7 und hältst dabei den Atem ein.
8: Du zählst bis 8 und atmest dabei (wenn möglich laut) durch den Mund wieder aus


Hier passieren zwei Dinge:
Erstens : Du kannst dich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren*
Wenn Du Dich also auf das Zählen und Atmen konzentrierst, lenkst du deine Gedanken automatisch um.
Dein Fokus verändert sich.


Zweitens : Das doppelt so lange Ausatmen wie Einatmen signalisiert dem Gehirn Sicherheit.
Dein Puls wird gesenkt und Dein Körper in den "Erholungsmodus" geschickt.


Diese Atemübung machst Du so lange, bis Du merkst, dass Dein Körper sich entspannt.
Manche schlafen sogar darüber ein. 


Nächste Woche erkläre ich noch, wie Meditation bei Gedankenkarussell helfen... und warum gerade dann die Gedanken einen überrollen können. 
Danach wird diese kleine Serie erstmal beendet sein und ich werde mich anderen Themen widmen. 

Du hast eine Frage zu einem Thema?
Du möchtest, dass ich etwas beschreibe, oder erkläre? 
Dann schreib mir gerne : laurence@lifecoach.lu



*Nein, das geht wirklich nicht. Menschen die das behaupten, switchen in sekundenschnelle von einer Tätigkeit zur nächsten und wieder zurück, so dass es den Anschein hat, als würden sie zwei Dinge gleichzeitig machen.
Oder aber: Eine Tätigkeit ist so angelernt, dass sie als Automatismus gespeichert ist und deshalb keine Konzentration mehr braucht.
Wie z.B staubsaugen und trotzdem das Lied bewusst anhören, das gerade im Kopfhörer spielt.
Mehr dazu einmal in einem anderen Blog.

Du würdest dir diesen Beirag gerne in einem kleinen Video ansehen?Hier geht's zum Comic


Symbolbild: LiLa kann nicht schlafen und versucht verzweifelt einzuschlafen

Laurence