Gedankenkarussell - Teil 1

02.09.26 05:00 AM - Von Laurence

 Wie entsteht eigentlich ein Gedankenkarussell?

Viele meiner Kunden sprechen mit mir über das sogenannte „Gedankenkarussell“: Gedanken, die immer wieder auftauchen und die sie einfach nicht loslassen können.

Deshalb starte ich hier eine kleine Serie. 

Jede Woche schauen wir uns einen anderen Aspekt des Gedankenkarussells an und natürlich auch Möglichkeiten, wie Du wieder mehr Ruhe in Deinen Kopf bekommen kannst.


Woche 1: 

Welche Denkweisen gibt es eigentlich und wie entsteht daraus ein Gedankenkarussell?


Unser Denken kann ganz unterschiedlich funktionieren. 

Für unser Thema können wir zunächst vier verschiedene Denkweisen betrachten:


1. Das rationale Denken

Dieses Denken nutzt Du zum Beispiel, wenn Du eine mathematische Aufgabe löst oder Dich mit einem wissenschaftlichen Thema beschäftigst.

Man könnte es auch logisches oder analytisches Denken nennen.

Hier stehen Fakten, Zusammenhänge und nachvollziehbare Schlussfolgerungen im Vordergrund. Gefühle spielen bei der eigentlichen Lösung zunächst eine untergeordnete Rolle.


2. Das intuitive Denken

Beim intuitiven Denken musst Du nicht erst lange analysieren.

Hier kommt das berühmte „Bauchgefühl“ ins Spiel.

Du hast beispielsweise das Gefühl, dass eine Entscheidung richtig oder falsch ist, ohne sofort genau erklären zu können, wie Du zu diesem Ergebnis gekommen bist.


3. Das kritische Denken

Kritisches Denken hilft Dir dabei, Dinge zu hinterfragen.

  • Stimmt das wirklich?
  • Woher kommt diese Information?
  • Gibt es vielleicht noch eine andere Erklärung?

Eine gesunde Portion Zweifel kann durchaus hilfreich sein. Sie bringt Dich dazu, genauer hinzuschauen und nicht alles ungeprüft zu übernehmen.


4. Das kreative Denken

Man könnte es auch als fantasievolles oder ideenreiches Denken bezeichnen.

Du nutzt es zum Beispiel, wenn Du einen Artikel oder ein Buch schreibst, ein Bild malst, ein Musikstück komponierst oder nach einer ungewöhnlichen Lösung für ein Problem suchst.


Und was passiert, wenn unser Denken exzessiv wird?

Alle diese Denkweisen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Manchmal beschäftigen wir uns besonders intensiv mit einem Thema. 

Unsere Gedanken kreisen immer wieder darum und wir investieren sehr viel Aufmerksamkeit und Energie in die Suche nach einer Antwort.

Das muss zunächst überhaupt nichts Schlechtes sein.


Stell Dir zum Beispiel einen Mathematiker vor, der seit Stunden über einer neuen Formel brütet. Immer wieder geht er seine Berechnungen durch, verwirft einen Ansatz und versucht einen neuen.

Oder eine Wissenschaftlerin, die intensiv nach einer Lösung für ein bestimmtes medizinisches Problem sucht.


In solchen Situationen kann sehr intensives Denken durchaus produktiv sein: Es verfolgt ein Ziel und führt im besten Fall zu einer Lösung.

Auch verschiedene Denkweisen können sich dabei miteinander verbinden.

Ein Wissenschaftler kann beispielsweise rational und gleichzeitig kreativ denken und dadurch auf eine völlig neue Idee kommen.


Wann wird daraus ein Gedankenkarussell?

Problematisch wird es, wenn dieses intensive Denken nicht mehr aufhört und zu keiner Lösung führt.

Und besonders hartnäckig kann es werden, wenn es sich mit dem kritischen Denken verbindet.


Denn kritisches Denken möchte hinterfragen:

  • Warum ist das so?
  • Stimmt das wirklich?
  • Was habe ich übersehen?

Bei einer mathematischen Aufgabe kann irgendwann eine Antwort gefunden werden.

Bei vielen Fragen aus unserem Alltag gibt es diese eindeutige Antwort aber nicht.

  • Warum hat er das gesagt?
  • Hätte ich anders reagieren sollen?
  • Warum macht sie das?
  • Was wäre gewesen, wenn …?
  • Hätte ich nicht doch …?

Das Gehirn sucht weiter nach einer Antwort und findet keine, die das Thema endgültig abschließt.


Also denkt es weiter.

Und weiter.

Und noch einmal von vorne.

Genau hier beginnt sich das Gedankenkarussell zu drehen.


In der Psychologie spricht man bei einem solchen wiederholten Kreisen um belastende Gedanken häufig von Rumination oder Grübeln.

Du denkst also sehr viel über ein Problem nach, ohne es tatsächlich zu lösen. 

Eine Frage führt zur nächsten  und irgendwann wieder zurück zum Anfang.

So entsteht ein Gedankenkreis, aus dem es manchmal gar nicht so einfach ist, wieder auszusteigen.


Wie komme ich da wieder raus?

Genau darum geht es im nächsten Teil.

Denn Du kannst Deinen Gedanken zwar nicht einfach befehlen: „Hört jetzt auf!“

Aber Du kannst lernen, Deine Aufmerksamkeit bewusst umzulenken und dadurch das Gedankenkarussell zu unterbrechen.

Nächste Woche zeige ich Dir eine erste einfache Methode, die Dir dabei helfen kann.

Laurence als Comicfigur, die Gedanken drehen sich zum Gedankenkarussell

Laurence