Stress austricksen - leicht gemacht

07.10.26 07:51 - Von Laurence

Wie kannst du Stress austricksen, bevor er kommt?

Du stehst im Stau. Du hast es eilig, die Autos bewegen sich keinen Zentimeter.

Oder, Du sitzt bei der Arbeit, hast sowieso schon genug zu tun  und plötzlich landet noch ein zusätzlicher Auftrag auf Deinem Schreibtisch.
Du merkst, wie dein Herz anfängt zu klopfen, Stress meldet sich an. 

In solchen Momenten kannst Du etwas ausprobieren:

Denk zuerst: „Gott sei Dank …“ – und finde drei Dinge.


Ein Beispiel

Du stehst im Stau?

Gott sei Dank habe ich ein Auto.
Gott sei Dank kann ich Bescheid sagen, dass ich später komme.
Gott sei Dank habe ich gute Musik dabei.

Oder Du bekommst kurzfristig noch einen Arbeitsauftrag?

Gott sei Dank habe ich eine Arbeit.
Gott sei Dank traut mein Chef mir die Aufgabe zu.
Gott sei Dank habe ich Menschen im Team, die ich um Hilfe bitten kann.

Wenn „Gott sei Dank“ nicht zu Dir passt, kannst Du natürlich genauso gut „Zum Glück …“ sagen.


Aber was soll das bringen?

Wie stark wir Stress empfinden, hängt nicht nur davon ab,was passiert, sondern auch davon, wie wir eine Situation bewerten.

Hier hilft Dir die kleine Übung. 

Statt sofort nur zu denken: „Mist! Warum jetzt? Wie soll ich das schaffen?“, unterbrichst Du ganz bewusst Deine erste Stressreaktion.


So gibst Du Deinem Kopf eine andere Aufgabe: Finde drei Dinge, die trotz dieser Situation gut sind.

Deine Aufmerksamkeit richtet sich dadurch nicht mehr ausschließlich auf das Problem und den entstehenden Stress. 

Du konzentrierst Dich stattdessen auf etwas ganz Konkretes, das Du schaffen kannst:

Okay, Nummer eins habe ich. Was ist Nummer zwei? Und Nummer drei?


Für diesen Moment kann der Stress ein Stück in den Hintergrund rücken. 

Dein Kopf beschäftigt sich nicht mehr nur mit „Alles ist gerade furchtbar!“, sondern sucht ganz bewusst nach dem, wastrotzdem gut ist.

Das Problem verschwindet dadurch natürlich nicht. 

Der Stau löst sich nicht plötzlich auf und Dein Arbeitsauftrag erledigt sich auch nicht von allein.

Aber Du hast Deine erste Stressreaktion für einen Moment unterbrochen und Deine Aufmerksamkeit bewusst umgelenkt.

Stell Dir Deine Aufmerksamkeit wie eine Taschenlampe vor: Das, worauf Du sie richtest, siehst Du besonders deutlich. Das andere ist deshalb nicht weg, Du beleuchtest nur gerade einen anderen Teil der Situation.


Und vielleicht steckt darin sogar schon eine Lösung

Das Spannende daran: Während Du nach Deinen drei „Gott sei Dank“-Momenten suchst, entdeckst Du möglicherweise gleichzeitig etwas, das Dir bei Deinem eigentlichen Problem helfen kann.

„Gott sei Dank kann ich Bescheid sagen.“
→ Dann kann ich genau das tun und damit vielleicht schon etwas Druck aus der Situation nehmen.

„Gott sei Dank habe ich Menschen im Team, die ich um Hilfe bitten kann.“
→ Vielleicht muss ich den zusätzlichen Auftrag gar nicht alleine bewältigen.

Aus:

„Was läuft gerade alles schief?“

wird damit zusätzlich:

„Was ist trotzdem gut und was davon kann mir vielleicht sogar helfen?“

Es geht also nicht darum, sich einzureden, dass alles wunderbar ist.

Manchmal ist eine Situation einfach blöd. 😉

Aber bevor Dein Stress und Dein Gedankenkarussell richtig Fahrt aufnehmen, kannst Du versuchen, kurz auf Pause zu drücken, Deinem Kopf eine andere Aufgabe zu geben und Deinen Blick zu erweitern.

Probier es beim nächsten kleinen Stressmoment einmal aus:

Gott sei Dank …

Und? Findest Du drei Dinge?

Symbolbild Eine Frau beleuchtet mit einer Taschenlampe die Dinge, die sie sehen will

Laurence