Können Kindheitsmuster das Burnout-Risiko erhöhen?

18.06.26 04:55 PM - Von Laurence

Mit einem anonymisierten Fallbeispiel aus dem Coaching

Wenn wir an Burnout denken, fällt uns oft zuerst hoher Arbeitsdruck ein.

Doch Stress allein erklärt nicht, warum manche Menschen trotz großer Belastung rechtzeitig Grenzen setzen – während andere immer weiter funktionieren, bis der Körper irgendwann nicht mehr können.


Eine mögliche Erklärung sind früh erlernte Muster.

Wer als Kind beispielsweise gelernt hat, dass Liebe, Anerkennung oder Sicherheit an Leistung geknüpft sind, entwickelt manchmal Überzeugungen wie:

  • Ich muss funktionieren.
  • Ich darf keine Schwäche zeigen.
  • Ich muss alles allein schaffen.

Diese inneren Antreiber können uns bis ins Erwachsenenalter begleiten.

Früh erlernte Denk- und Verhaltensmuster können beeinflussen, wie wir später mit Stress umgehen.


Ein Beispiel aus meiner Praxis:


Eine Klientin beschrieb rückblickend, dass sie als Kind früh lernen musste, alleine zurechtzukommen. 
Die Eltern waren quasi nie zuhause, hatten nie Zeit für sie. 

Daraus entwickelte sich über die Jahre die Überzeugung:

„Ich muss funktionieren, um zu überleben.“


Im Erwachsenenalter führte dieses Muster dazu, dass sie ihre eigenen Warnsignale kaum wahrnahm.

Sie sagte einmal zu mir:

„Ich war nie in der Phase, in der ich meine negativen Gefühle wirklich wahrgenommen habe. 

Ich habe einfach weiter funktioniert - bis mein Körper nicht mehr konnte.“


Natürlich entsteht Burnout nicht ausschließlich durch Kindheitserfahrungen. 

Arbeitsbelastung, fehlende Erholung, private Belastungen und viele weitere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.


Deshalb kann es hilfreich sein, sich nicht nur zu fragen:

„Wie kann ich meinen Stress reduzieren?“

Sondern auch:

„Warum fällt es mir so schwer, aufzuhören?“

Denn manchmal liegt die eigentliche Ursache nicht im Terminkalender, sondern in den inneren Mustern, die uns immer wieder antreiben.




Mehr zum Thema innere Muster


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Dort arbeiten wir unter anderem mit Methoden aus dem Internal Family Systems (IFS) und gehen gemeinsam der Frage nach, welche inneren Muster oder Antreiber heute noch Einfluss auf Deinen Umgang mit Stress und Druck haben.

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Laurence